Freitag, 23. Oktober 2015

Blogumzug

Dieser Blog ist umgezogen!



Lieber Leser, 

es freut mich, dass du den Weg zu meinem Blog gefunden hast. Wenn es dir hier gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du auf meinem neuen Blog vorbeischaust. Dort findest du weitere Rezensionen und eigene Texte von mir.

Weiter geht es auf: 

www.mehralsnurgeschichten.wordpress.com

Samstag, 15. August 2015

Federleicht: Vielleicht eben nie





„Dieser kurze Moment, der vertraute Wege vereint,
Am Boden der Tatsachen,
Ist auch der, der sie am Ende wieder teilt...“ 
(Dreimillionen – Fliegen)







Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wäre es einfach mit dir zu sprechen. Ein einziges Mal deine Stimme hören, wie sie mit mir spricht und nicht mit anderen. Ein richtiges Gespräch. Eines, bei dem wir uns gegenüber sitzen und alles sagen können. Aber dieses Band der Kommunikation besteht zwischen uns nicht. Nicht einmal reine Höflichkeit kann daran etwas ändern. Es bleibt ein Wunsch.

Bei unserer ersten Begegnung bin ich unter all den unscheinbaren Gesichtern an deinem hängen geblieben. Auf den ersten Blick war es besonders. Es waren die markanten Gesichtszüge, die Erinnerungen bereithielten und schließlich dein Name, der weitere Assoziationen weckte. All das führte erst dazu, dass ich eine bestimmte Vorstellung von dir in meinem Kopf konstruierte. Ohne dich wirklich zu kennen. Von einer Person, die du nicht warst und nie sein würdest. Dass du dem nicht gerecht werden konntest, lag auf der Hand.

Egal, was ich tat, dieser stille Vorwurf in deinem Blick blieb. Dabei so kalt wie ein jahrhundertealter Stein, immer mit dem Hauch des Zweifels. Ein Blick, bei dem es mir so schwer viel, ihm standzuhalten. Ich wusste nicht, was er zu bedeuten hatte, war nicht in der Lage, ihn einzuordnen. Ich würde so gerne wissen, was hinter deinem schönen Gesicht vor sich ging, wenn du mich angesehen hast. Ob es wirklich das war, was der Ausdruck in deinem Gesicht verriet, oder nur etwas, das ich mir einbildete, darin zu sehen. Aber deine Gedanken behieltest du lieber für dich. Für mich so undurchdringlich und unergründlich wie die Konstellation der Sterne in einer dunklen Nacht.

Dennoch kann ich nicht gewährleisten, dass es dir nicht so erging wie mir. Dass das Bild, das du von mir hattest, nicht genauso lückenhaft war, denn ich trug ebenfalls nicht das nach außen, was ich wirklich dachte.

Diese Ungewissheit war für einige Zeit ein ständiger Begleiter und lag manchmal schwer im Raum, denn unsere Zusammentreffen häuften sich. Sie liefen immer gleich ab und drehten sich im Kreis. Mittlerweile erscheint mir die Wahrheit so klar. Deine Lippen bleiben stumm und ich habe keine deiner Antworten zu erwarten, weil ich dir die Fragen vorenthalte. Ich stelle sie nicht dir, sondern lediglich mir – jemandem, der nicht genug weiß. Es ist die Verbindung, die eine Frage mit einer Antwort verknüpft, die zwischen uns fehlt. Das Fundament, ein Gespräch herbeizuführen, ist nicht vorhanden. Das ist es, was das Ganze unmöglich und sogar bedeutungslos macht. Warum habe ich das vorher nicht gesehen? Ich habe immer gedacht, dass unsere Zusammentreffen einen Grund haben müssen. Doch die Begründung ist nicht stark genug, um mehr als ein Zufall zu sein. Man kann mir nicht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht, aber ich gebe auf. So ist es am besten. Wenn ich dich loslasse, wird dein Gesicht immer mehr verblassen, bis du nicht mehr als eine Erinnerung bist. Wahrscheinlich sind wir einfach nur dafür gemacht uns ständig zu begegnen, aber nie wirklich zu kennen. 

Der Zeitpunkt für uns war nie richtig und es wird sich zeigen, ob es jemals so sein wird. Vielleicht an einem anderen Tag. Oder eben nie.

Sonntag, 26. April 2015

Love Letter to Kurt Cobain






an die Vorstellung, dir zu schreiben und dabei gerade im selben Alter zu sein, in dem du dein Leben beendet hast, muss ich mich erst noch gewöhnen. Du wolltest deinen 28. Geburtstag nicht mehr erleben, ich hingegen würde das sehr gerne tun. Es ist eines dieser Jahre, in denen der Tag im Kalender steht. Da das im Verhältnis gesehen nicht so oft vorkommt, möchte ich es nicht verpassen. 
Du hast einiges für diese Welt zurückgelassen, nicht nur deinen Abschiedsbrief. Die Menschen deines näheren Umfelds, deine Tochter, Menschen, die dich verehrten, viele Verschwörungstheorien, Trauer, Unverständnis, deine Musik und vor allem deine Stimme. Die Stimme, die das Sprachrohr einer ganzen Generation war, in der sie sich verstanden fühlten. Noch über 20 Jahre später ist es diese Stimme, die sogar die Menschen beeinflusst, die dich gar nicht mehr als lebende Person kannten. In den Köpfen der Leute blieb die Vorstellung deiner Persönlichkeit haften - als Mensch, der gelebt hat -, die in der Litertaur oft aufgegriffen und interpretiert wird.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Lesung: Dieses bescheuerte Herz


"Wenn man nicht fragt, ist die Antwort immer Nein." (Daniel Meyer) 


Keine Angst vorm Leben haben


Diese Worte haben sich in meinem Kopf festgesetzt, wenn ich an diesen einen Abend in Rüsselsheim zurückdenke. In einem kleinen Raum saß ein Mann auf der Bühne, ein Buch direkt vor ihm auf dem Tisch. Zwei Stunden lang erzählte er Episoden einer Geschichte, die er selbst erlebt hat. Eine Geschichte, die einem vor Augen führt, wie wichtig Menschen, die man liebt, für das eigene Wohlergehen sind; wie notwendig es ist, das Leben zu lieben. Dieser Mann war Lars Amend und er sprach über seinen "kleinen Bruder" Daniel. Obwohl ich beide vorher nicht kannte, wurde mir schnell klar: Das sind zwei besondere Menschen, die den Weg zueinander gefunden haben und seitdem das Leben gemeinsam bestreiten. Mit allen Facetten, die es zu bieten hat. Das ist nicht immer leicht, aber sie versuchen dabei ihre Träume und Wünsche stärker in den Vordergrund zu rücken als alles andere.

Als ich zu dieser Lesung ging, hatte ich keine großen Erwartungen, - oder besser gesagt - keine genaue Vorstellung davon, wie die Veranstaltung ablaufen sollte. Es war meine erste richtige Lesung. Der Hauptgrund, warum ich mich entschied zu dieser Veranstaltung zu gehen, war, dass eine Freundin mich fragte, ob ich sie begleiten würde. (An dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür!) Natürlich sagte ich ja, in der Hoffnung es würde ein interessanter Abend werden. Durch eine kleine Googlerecherche im Vorfeld wusste ich grob über das Thema Bescheid. Den Rest wollte ich auf mich zukommen lassen, doch alles, was ich mir vorgestellt hatte, wurde übertroffen.